70 Jahre PWG 1956. Das klingt zunächst nach Chronik, nach Grußwort, nach Rückblick.
Im Sommer 2025 lag dieses Jubiläum auf meinem Schreibtisch: ein Jubiläumsjahr mit Ausstellung, Empfang und einem großen Fest auf dem Alten Markt. Noch nicht als fertiges Konzept. Eher als Aufgabe. Was macht man mit siebzig Jahren Genossenschaft? Wie erzählt man so etwas? Wie verhindert man, dass am Ende nur ein Fest organisiert wird, bei dem zwar Musik spielt, aber niemand versteht, warum eigentlich gefeiert wird?
Bei einer Genossenschaft liegt die Antwort eigentlich nahe. Sie ist aber gerade deshalb nicht einfach. Genossenschaften sind nicht aus dem Gedanken entstanden, dass einer allein etwas besonders gut kann. Sie entstanden aus der Erfahrung, dass viele gemeinsam etwas schaffen können, was Einzelne nicht schaffen. Gemeinschaft, Solidarität, Selbsthilfe, Verantwortung. Große Worte, oft benutzt, schnell verbraucht. Aber sie sind der Kern.
Wenn eine Wohnungsgenossenschaft ihren 70. Geburtstag feiert, dann geht es nicht nur um Häuser. Nicht nur um Wohngebiete, Sanierungen, Neubauten, Mietpreise oder Stadtentwicklung. Es geht auch um die Frage, was Menschen miteinander verbindet, wenn sie mehr teilen als eine Adresse.
Deshalb stand früh fest: Das Jubiläum sollte nicht nur aus einem Jubiläumsfest auf dem Alten Markt bestehen. Es sollte das soziale Miteinander stärken. Es sollte ehrenamtliches Engagement würdigen. Genossenschaftliches Leben sichtbar machen. Werte vermitteln. Und es sollte Gelegenheit geben, Mitgliedern, Mitarbeitenden und Partnern zu danken.
Aus diesen Überlegungen entstand der Leitgedanke: Wir gemeinsam.
Das klingt einfach. Vielleicht war gerade das hilfreich. Kein langer Claim. Kein komplizierter Satz. Nur zwei Worte, die sich an vielen Stellen prüfen lassen: Passt diese Idee dazu? Passt dieses Format dazu? Passt diese Entscheidung dazu? Wird hier Gemeinschaft sichtbar? Oder produzieren wir nur Aufwand?
„Wir gemeinsam“ als roter Faden
Von Anfang an schwebte mir eine Ausstellung vor. Nicht als musealer Akt, nicht als fertige Chronik an Stellwänden, sondern als sichtbare Antwort auf eine einfache Frage: Wer feiert hier eigentlich?
Auf einem Festplatz kann man vieles sehen: Bühne, Banner, Buden, Technik, Menschen mit Getränken in der Hand, Kinder auf Hüpfburgen, Wartende an Essensständen. Aber sieht man auch die Geschichte? Sieht man, warum eine Genossenschaft auf dem Alten Markt steht und nicht irgendwo in einem Saal? Sieht man, was sie mit der Stadt zu tun hat?
Die erste Idee war größer. Die Chronik der PWG 1956 sollte fortgeschrieben und grundlegend überarbeitet werden. Das wäre richtig gewesen. Aber richtig heißt nicht automatisch machbar. Eine Chronik historisch sauber, fachlich belastbar und redaktionell sinnvoll zu überarbeiten, ist kein Nebenprodukt einer Veranstaltungsplanung. Es ist ein eigenes Projekt. Mit Recherche, Quellenprüfung, Bildrechten, Einordnung, Gewichtung. Nichts, was man zwischen Platzplanung, Dienstleisterabstimmung und Programmflyer nebenbei erledigt. Damit stand die Ausstellung erst einmal wieder auf der Kippe.
Solche Momente gibt es in Projekten häufig. Eine gute Idee bleibt im Raum, aber sie findet keine Form. Sie ist zu groß, zu teuer, zu aufwendig oder einfach noch nicht am richtigen Ort. Aber der sollte dann doch noch gefunden werden.
Vom Jubiläumsempfang zur Ausstellung
In einer der Projektgruppensitzungen ging es um die Frage, wie die offiziellen Gäste in das Jubiläum eingebunden werden sollten. Stadt, Verband, Wohnungswirtschaft, Politik, Partner. Natürlich gehören solche Stimmen zu einem siebzigjährigen Jubiläum. Aber passten sie auf die große Feier am 6. Juni? Auf eine Veranstaltung, die für Mitglieder, Mitarbeitende, Familien und Stadtgesellschaft gedacht war? Eine Jubiläumsparty mit langen Grußworten ist schnell keine Party mehr. Sie wird ein offizieller Teil mit Musik davor und danach.
Gleichzeitig stand das eigentliche Gründungsdatum im Kalender: der 5. März.
In diesem Moment sortierte sich das Jubiläumsjahr neu. Der 5. März wurde zum Termin für einen offiziellen Empfang. Der 6. Juni blieb frei für das große Fest. Ein Anlass, zwei Termine, zwei Tonlagen. Würdigung hier, Begegnung dort. Leiser Rückblick im Plögerschen Gasthof, ausgelassenes Fest auf dem Alten Markt.
Für den Empfang Anfang März bereitete Carsten Hagenau einen Vortrag zur Geschichte der PWG 1956 vor. Grundlage war bereits gesammeltes Material. Historische Linien, Entwicklungen, Brüche, Bilder, Zusammenhänge. Für jedes Jahrzehnt ein paar Sätze, Wichtiges neben Tratsch, unvollständig, aber unterhaltsam. Beim Vortrag entstand etwas, das später noch einmal wichtig wurde: eine verdichtete Erzählung.
Nach dem 5. März stellte sich die Ausstellungsidee erneut. Nicht mehr als große Chronik. Nicht als neues Forschungsprojekt. Sondern als Weiterentwicklung des Vortragsmaterials. Neun Tafeln. Ein Outdoor-Format. Sichtbar auf dem Fest. Wiederverwendbar danach. Im April entstand daraus ein Konzept. Anfang Mai kam die Kostenfreigabe. Danach blieb nicht mehr viel Zeit.
Manchmal entstehen Projekte so: nicht geradlinig, sondern über Umwege. Eine Idee wird zu groß, verschwindet, taucht an anderer Stelle wieder auf und ist plötzlich genau richtig.
Eine Outdoor-Ausstellung für den Alten Markt
Eine Ausstellung, die gesehen werden will, braucht Bilder. Das klingt banal, wird aber schwierig, wenn es nur wenige historische Fotos gibt.
Bei 70 Jahren Genossenschaftsgeschichte erwartet man eigentlich ein üppiges Archiv. Menschen vor Neubauten. Bagger. Baustellen. Hausgemeinschaften. Einweihungen. Versammlungen. Kinder auf Spielplätzen. Vielleicht ein Vorstand mit Blumenstrauß. Vielleicht ein altes Schild. Vielleicht ein Plan, der schon vergilbt ist.
In Wirklichkeit ist historisches Material oft lückenhaft. Was seinerzeit nicht gesammelt, beschriftet oder sauber abgelegt wurde, lässt sich später nur schwer wiederfinden. Und nicht jedes vorhandene Bild darf einfach verwendet werden. Eine Ausstellung im öffentlichen Raum stellt andere Anforderungen als ein internes Archiv.
Für eine Ausstellung ist das ungünstig. Für eine Redaktion ist es eine Aufgabe: Wenn die Bilder fehlen, müssen die vorhandenen stärker arbeiten. Dann muss die Auswahl genauer werden. Texte müssen mehr leisten, dürfen aber nicht zu lang werden. Die Gestaltung muss Orientierung geben. Die Kapitel müssen tragen. Aus sieben Jahrzehnten werden neun Tafeln. Aus Vortrag wird Ausstellung. Aus Material wird Dramaturgie.
Das ist eine andere Art von Arbeit als die große Geste. Sie besteht aus Kürzen, Verschieben, Prüfen, Verdichten. Aus der Frage, welche Geschichte welches Jahrzehnt erzählt. Aus der Entscheidung, was nicht auf die Tafel kommt. Aus der Suche nach einem Satz, der den Kern trifft ohne ihn wortreich erklären zu müssen.
Die Ausstellung sollte draußen funktionieren. Nicht in einem leisen Raum, in dem Menschen Zeit haben und langsam lesen. Sondern auf dem Alten Markt, zwischen Bühne, Ständen, Kinderangeboten, Essensgeruch, Musik und Gesprächen. Eine Outdoor-Ausstellung muss robust sein, plakativ, schnell erfassbar, nicht zu empfindlich, nicht zu erklärungsbedürftig. Sie muss den Blick anziehen und aushalten, dass jemand nur kurz stehen bleibt.
Um die Kosten im Rahmen zu halten, griffen wir auf ein Ausstellungssystem zurück, das Projektkommunikation in den vergangenen Jahren immer wieder für Einsätze auf der Straße genutzt hat. Das war keine spektakuläre Entscheidung. Aber eine wichtige. Manchmal besteht gute Projektarbeit genau darin, nicht alles neu zu erfinden. Ein erprobtes System spart Geld, Zeit und Nerven. Es macht möglich, dass Inhalt überhaupt sichtbar werden kann.
So stand die Ausstellung schließlich auf dem Alten Markt. Mitten in der Stadt, mitten im Weg. Neun Tafeln zur Geschichte der Genossenschaft. Nicht als Dekoration, sondern als Teil des Jubiläums. Sie gab dem Fest Tiefe. Sie erklärte, wer hier feierte. Und sie kann weiterwandern: zu Veranstaltungen, in Geschäftsstellen, zu Gremien, vielleicht immer wieder an Orte, an denen die Geschichte der 1956 gebraucht wird.
Jubiläumsfeier auf dem Alten Markt: Wenn der Platz voll ist
Der 6. Juni hatte eine eigene Spannung. Eine Sorge begleitete das Team immer: Was passiert, wenn zur Eröffnung der Platz leer ist?
Das ist eine sehr praktische Sorge. Sie klingt nicht besonders konzeptionell, aber sie ist entscheidend. Eine Begrüßung ohne Publikum verhallt auf dem leeren Platz. Ein Grußwort ohne Zuhörer grüßt niemanden. Macht auch den großartigsten Satz ganz klein. Eine Veranstaltung im öffentlichen Raum muss am Anfang erst einmal beweisen, dass sie stattfindet.
Deshalb war der Fanfarenzug mehr als ein Programmpunkt. Er sollte nicht nur eröffnen, sondern sammeln. Aufmerksamkeit erzeugen. Durch die Innenstadt ziehen. Menschen mitnehmen. Dem Alten Markt akustisch hofieren, schon bevor das Fest offiziell beginnt.
Am Veranstaltungstag stand ich am Orga-Zelt und schaute auf den Platz. Der Fanfarenzug war noch gar nicht angekommen. Das Fest hatte noch nicht offiziell begonnen. Und trotzdem waren schon Menschen da. Nicht vereinzelt. Nicht zufällig. Der Platz füllte sich.
Dieser Moment war vielleicht keiner, der später in der Auswertung groß beschrieben wird. Aber für mich war er entscheidend. Die Sorge verschwand. Nicht vollständig. Bei einer Veranstaltung verschwindet sie nie komplett. Aber genug, um zu wissen: Es funktioniert.
Als der Fanfarenzug auf den Platz kam, geschah das, was man sich wünscht, aber doch nicht planen kann: Menschen hielten inne, blieben stehen. Andere schauten, kamen näher. Der Auftakt wurde zum gemeinsamen Moment. Der Leitgedanke stand nicht mehr auf einer PowerPoint-Folie. Er stand auf dem Platz.
Von 14 bis 21 Uhr blieb der Alte Markt belebt. Nicht alle Gäste waren die ganze Zeit da. So funktioniert ein Stadtfest nicht. Menschen kommen, bleiben, gehen, andere kommen nach. Nach unserer Einschätzung waren über den Tag verteilt rund 2.000 bis 3.000 Besucherinnen und Besucher vor Ort. Über Social Media wurden mehr als 21.000 Konten erreicht.
Aber Zahlen erzählen nur einen Teil der Geschichte. Der andere Teil waren die Bewegungen über den Platz: Kinder an den Spielangeboten, Gespräche an den Ständen, Menschen vor der Bühne, Mitarbeitende der 1956, die Auskunft gaben, Partner und Vereine, die ihre Arbeit zeigten, Gäste, die vor der Ausstellung stehen blieben.
Am Abend wurde gesungen, getanzt und gefeiert. Die Band machte aus dem Schluss keinen Ausklang, sondern einen Höhepunkt. Das ist für eine Veranstaltung ein Glück. Man kann so etwas vorbereiten, aber nicht erzwingen.
Projektleitung zwischen Kosten, Technik und Programmplanung
Je näher der 6. Juni rückte, desto weniger bestand das Projekt aus einer großen Idee und desto mehr aus Einzelteilen. Regieplan. Ausstellung. Kostenstände. Technik. Bühne. Sicherheitskonzept. Beachflags. Bühnenbanner. Wunschkarten. Social-Media-Absprachen. Story-Planung. Genehmigungen. Dienstleister. Partner. Stände. Gewinnspiele. Moderation. Wer geht wann auf die Bühne? Wo liegen die Preise? Wer holt die Gewinner? Was sagt die Moderation zwischen zwei Programmpunkten? Wer weiß Bescheid, wenn sich etwas verschiebt?
Eine Großveranstaltung funktioniert nicht durch einen großen Plan. Sie funktioniert durch viele kleine Pläne, die nicht gegeneinander arbeiten dürfen.
Besonders sichtbar wurde das bei der Technik. Um den Jahreswechsel verlangte der ursprünglich vorgesehene Technikdienstleister Vorkasse – 6 Monate im Voraus, 100 Prozent des Betrages. Zu diesem Zeitpunkt war der tatsächliche technische Umfang noch nicht abschließend klar. Anforderungen veränderten sich, das Konzept wurde konkreter, Kosten mussten im Blick bleiben. Es war keine leichte Entscheidung, neu abzufragen und intensiv zu verhandeln. Auch weil man mit vertrauten Dienstleistern nicht leichtfertig bricht.
Am Ende wurde der Dienstleister gewechselt. Das bedeutete zusätzliche Arbeit und hohen Druck, besonders für die Kolleginnen aus der Eventabteilung. Aber es war eine notwendige Entscheidung. Später zeigte sich, wie wichtig solche Momente sind. Nicht, weil man sie gern hat, sondern weil sie ein Projekt stabilisieren.
Auch an anderen Stellen musste immer wieder neu sortiert werden. Ideen kamen hinzu, wurden geprüft, verändert oder verworfen. Die LED-Wand, der Fotobus, zusätzliche Aktionen, anliegende Gewerbemieter, Programmpunkte, Kosten, Sichtbarkeit der 1956. Alles hatte gute Gründe. Aber nicht alles konnte gleich wichtig sein.
Veranstaltungsorganisation heißt in solchen Phasen nicht, alles selbst zu machen. Heißt eher, die Fäden zu sehen. Und manchmal auch zu akzeptieren, dass ein Faden woanders besser aufgehoben ist.
Die Kostenkontrolle lag bei der Eventabteilung. Social Media bei Lutz. Interviews für das Mitgliedermagazin bei Martina. Mandy, Stefanie und Josi trugen in der Eventorganisation enorm viel. Carsten verantwortete die sicherheitsrelevanten Fragen. Viele Aufgaben lagen in vielen Händen. Meine Aufgabe war es, immer wieder auf das Ganze zu schauen.
Der Regieplan als unsichtbares Rückgrat des Festes
Ein Fest wirkt im besten Fall selbstverständlich.
Die Bühne läuft. Die Moderation verbindet. Der Vorstand kommt an der richtigen Stelle auf die Bühne. Ein Gewinnspiel unterbricht nicht, sondern aktiviert. Ein Hinweis auf die Stände klingt nicht wie Werbung, sondern wie Orientierung. Die Preisverleihung des Malwettbewerbs steht nicht zufällig irgendwo, sondern dort, wo sie in den Tag passt.
Damit etwas selbstverständlich wirkt, muss vorher vieles entschieden werden.
Der Regie- und Moderationsplan war deshalb einer der wichtigsten Bausteine. Nicht nur Uhrzeiten, nicht nur Programmpunkte. Sondern Übergänge. Inhalte. Rollen. Wann die Genossenschaft über ihre Geschichte spricht. Wann über ihre Mitglieder. Wann über die Spareinrichtung. Wann über die Zukunft. Wann einfach gefeiert wird.
Wenn so ein Plan funktioniert, fällt er kaum auf. Niemand sagt am Ende: Wie schön, dass der Übergang zum Singekreis dramaturgisch sauber war. Niemand lobt eine gut platzierte Quizfrage. Niemand sieht, wie viel Arbeit in einem Satz steckt, der die Bühne wieder mit dem Platz verbindet.
Aber genau dort entscheidet sich, ob eine Veranstaltung nur abläuft oder zusammenhält.
Teamarbeit hinter den Kulissen des Jubiläumsfestes
Zwei Tage vor dem Fest halfen Hausmeister der 1956, die Ausstellungstafeln aus dem Keller in Drewitz zu holen.
Auch das gehört zu einem Jubiläumsjahr. Nicht nur Leitgedanken und Konzepte. Auch Keller, Tafeln, Transportwege, helfende Hände. Später sieht man auf Fotos die Ausstellung auf dem Alten Markt. Davor gibt es den Moment, in dem Material bewegt werden muss. Irgendjemand muss wissen, wo es steht. Irgendjemand muss fragen, wer tragen kann. Irgendjemand muss entscheiden, wann es ankommt.
Solche Momente tauchen selten in Projektbeschreibungen auf. Dabei erzählen sie viel darüber, wie Projekte wirklich funktionieren.
Am Veranstaltungstag selbst war Projektkommunikation mit vielen Kolleginnen und Kollegen vor Ort. Funkgeräte, Handys, Listen, kurze Wege, schnelle Fragen. Zwischendurch Kaffee, Würstchen, kleine Lagebesprechungen, Fotos, ein Blick zur Bühne, ein Blick zum Himmel, ein Blick auf die Uhr.
Und irgendwann am Abend auch ein gemeinsames Feierabendbier. Das klingt nebensächlich. War es aber nicht. Für die PWG 1956 war das Fest ein Gemeinschaftsprojekt. Für uns auch.
Was von „Wir gemeinsam“ bleibt
Was bleibt von so einem Projekt?
Natürlich bleiben Fotos. Videos. Zahlen. Eine Abrechnung. Eine Bildergalerie. Ein Nachbericht. Vielleicht ein paar Dinge, die man beim nächsten Mal früher klären würde. Technikfragen. Rollen. Wege. Zuständigkeiten.
Aber es bleibt auch eine Erfahrung: Ein Leitgedanke trägt nur, wenn er im Kleinen überprüft wird.
„Wir gemeinsam“ war nicht nur ein Satz für die Einladung oder eine Überschrift im Konzept. Er musste sich bewähren: in Projektgruppensitzungen, in Kostenentscheidungen, in der Frage nach mehreren Formaten, in der Ausstellung, auf der Bühne, im Orga-Zelt, beim Tragen von Tafeln, bei der Abstimmung mit Partnern, beim Blick auf den besuchervollen Alten Markt.
Vielleicht ist das die eigentliche Arbeit von Projektkommunikation: Ideen so zu strukturieren, dass sie Wirklichkeit werden können. Nicht als glatter Plan, sondern als belastbares Geflecht aus Menschen, Aufgaben, Entscheidungen und Momenten.
Am 6. Juni stand ich auf dem Alten Markt und sah, wie aus einer Idee ein Fest geworden war. Das war kein einzelner Erfolgsmoment. Eher der Augenblick, in dem viele einzelne Entscheidungen plötzlich zusammenpassten.
„Wir gemeinsam“ erwies sich damit nicht nur als Leitgedanke der PWG 1956. Für dieses Projekt wurde es auch zur Methode.