Ein Stadtteil feiert seine Transformation

Warum das Gartenstadtfest Drewitz mehr als ein Event ist

Von Grau zu Grün: Das Plattenbauviertel Drewitz wurde zur Gartenstadt transformiert. Foto: Adam Sevens

Das Gartenstadtfest Drewitz ist mehr als ein fröhliches Ereignis im Potsdamer Veranstaltungskalender: Es ist Ausdruck einer langfristigen, wohnungspolitisch motivierten Stadtteilentwicklung. Seit 2010 begleitet das Fest den Wandel des einst problembehafteten Quartiers hin zu einer modernen Gartenstadt, die energetische Sanierung, soziale Stabilisierung und neue Lebensqualität miteinander verbindet. Es bringt Menschen zusammen, bietet Gelegenheiten zum Dialog, wirbt für neue Projekte und stellt Ideen zur Diskussion. Und dass alles in einer geselligen Atmosphäre. In diesem Jahr fand das Fest bereits zum 13. Mal statt und erstmals im Konrad-Wolf-Park, der wegen der laufenden Baumaßnahmen an der Wendeschleife zum lebendigen Zentrum des Stadtteils wurde.

Bei herrlichem Sonnenschein strömten am 14. Juni Nachbarinnen und Nachbarn jeden Alters in den Park. Kinder planschten im Wasserbassin, bastelten an den Ständen oder probierten immer wieder die Trampoline aus. Auf der Bühne sorgten Auftritte wie die Theatergruppe der Grundschule „Am Priesterweg“, der Gardetanz des Lindenpark Karnevals Club e. V. Babelsberg, Jamals Bauchtanz und der Showtanz von Semljaki e. V. für anhaltende Begeisterung. Es wurde zusammen getanzt, gesungen und gelacht – und genau das macht das Gartenstadtfest seit Jahren so besonders: Das Fest bringt die ganze Nachbarschaft zusammen.

Gartenstadtfest Drewitz 2025. Fotos: Adam Sevens

Entlang der Festmeile stellten sich Vereine, Institutionen und Akteure aus Drewitz vor. Mit ihren Angeboten machten sie sichtbar, wie vielfältig und engagiert der Stadtteil heute ist. Gleichzeitig zeigte das Fest einmal mehr, wie wichtig solche Orte der Begegnung für das Zusammenleben sind – gerade in einem Quartier, das noch vor 20 Jahren als sozial belastet galt und heute beispielhaft für eine gelungene Erneuerung steht.

Gefördert wurde das Fest vom Programm „Sozialer Zusammenhalt – Zusammenleben im Quartier“, dem Lokalen Bündnis für Familie SternDrewitzKirchsteigfeld sowie unterstützt durch ProPotsdam und die Wohnungsgenossenschaft „Karl Marx“ Potsdam eG – Akteure, die seit Jahren die soziale Wohnungswirtschaft und die Entwicklung des Stadtteils tragen.

Dass Drewitz heute wieder als attraktiver Wohnort für rund 6.000 Menschen gilt, ist das Ergebnis mehrerer aufeinander abgestimmter Entscheidungen. Noch zu Beginn der 2000er Jahre war das Quartier von starken sozialen Veränderungen, Leerständen und einem negativen Image geprägt. Mit dem 2009 unter der Federführung von Projektkommunikation  erarbeiteten Entwicklungskonzept „Gartenstadt Drewitz – energetisch stark, energisch gut“ begann ein Prozess, der nicht nur die baulichen Strukturen erneuerte, sondern auch den sozialen Zusammenhalt als zentrale Aufgabe verstand.

Ein "grünes Kreuz" strukturiert den Stadtteil nach der Umgestaltung und sorgt für neue Lebensqualität. Grafik: Pia von Zadow Landschaftsarchitekten

Die Auszeichnung beim Bundeswettbewerb zur energetischen Sanierung gab zusätzlichen Rückenwind. Die Umsetzung läuft bis heute und wurde mehrfach prämiert. Der Konrad-Wolf-Park selbst ist dafür das beste Symbol. Aus einer betonierten Straßentrasse ist ein grüner, lebendiger Park geworden, der nun auch das Herz des Stadtteilfestes bildet. Am Informationsstand zu „Gartenstadt Plus“ erklärten wir mithilfe von Plakaten und dem Gartenstadtmodell, wie sich Drewitz seit 2010 verändert hat. Viele jüngere Anwohner staunten über die Bilder aus den 2010er Jahren – die grauen Trassen, die Wendeanlagen, die breiten Verkehrsflächen. Andere, die den Stadtteil vor der großen Transformation noch kennen, bestätigten: Heute lebt es sich hier deutlich schöner.

Aus einer betonierten Straßentrasse ist ein grüner, lebendiger Park geworden, der nun auch das Herz des Stadtteilfestes bildet.

Blick auf die Konrad-Wolf-Allee, 2012 und 2014. Fotos: Ulf Böttcher (Abb. 1) und Adam Sevens.

Für uns als Projektkommunikation ist das Gartenstadtfest ein besonderer Tag. Seit Beginn der Umgestaltung begleiten wir gemeinsam mit ProPotsdam, Stadtkontor und dem Begegnungszentrum oskar. das Fest und jedes Jahr erinnern uns diese Stunden daran, warum wir unsere Arbeit so gerne machen. Wir sorgen dafür, dass sich der Park in eine farbenfrohe Festmeile verwandelt: von den Stromanschlüssen über die Koordination der Stände bis hin zu unserem eigenen Informationspunkt, an dem wir mit vielen Einwohnerinnen und Einwohnern ins Gespräch kommen. In diesen direkten Begegnungen spüren wir, welchen Stellenwert die Veränderungen im Alltag der Menschen haben.

Zeigen, wie Stadtentwicklung geht: Informationsstand zu „Gartenstadt Plus“. Fotos: Adam Sevens

Das Gartenstadtfest ist ein Stück gelebte Stadtentwicklung: Es zeigt, wie ein Stadtteil zusammenwächst, wie Menschen sich austauschen, wie aus einer Planungsidee ein lebendiger Ort entsteht. Und es macht sichtbar, was Drewitz heute ist. Ein Quartier, das sich gewandelt hat, das weiter wächst und das seine Zukunft aktiv mitgestaltet.

Wir freuen uns schon jetzt darauf, im nächsten Jahr wieder mit allen zu feiern.

Autor:in des Artikels

Bild von Josephine Braun

Josephine Braun

Als Projektmanagerin koordiniert sie den Arbeitskreis StadtSpuren und bringt ihre Expertise in Stadtentwicklung, Beteiligung und Wohnen ein. In der Projektkommunikation navigiert sie souverän durch komplexe Stadtentwicklungsprozesse und wohnungspolitische Diskurse – mit Durchhaltevermögen, Klarheit und strategischem Blick.

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