Alles, was wir tun

Moderierte den diesjährigen Sommerempfang des Arbeitskreises StadtSpuren: Carsten Hagenau, Geschäftsführer der Projektkommunikation HAGENAU GmbH und Koordinator des Arbeitskreises. Foto: Stefan Gloede

Der Sommerempfang des Arbeitskreises StadtSpuren hat seine festen Rituale. Und eine kleine Unzuverlässigkeit: den Ort. Wir haben uns angewöhnt, unsere Gäste jedes Jahr dorthin mitzunehmen, wo sie sonst eher nicht hingehen. In Gebäude, die man kennt, aber nie betritt. In Räume, die man nicht auf dem Zettel hat. Oder an Orte, von denen man nicht wusste, dass es sie überhaupt gibt. Diesmal fiel die Wahl auf den WorkHUB am Campus Jungfernsee. Für viele ein erster Besuch. Für uns der passende Rahmen für einen Abend, der sich mit Dingen beschäftigt, die ebenfalls oft im Verborgenen liegen. Denn genau darum ging es unter dem Motto „Alles, was wir tun“: Sichtbar zu machen, was sonst eher nebenbei passiert. Ein Satz, der erst einmal verdächtig unscheinbar wirkt.

Ein Quiz, das keine Spielerei ist

Unser Absicht war es, über all die unscheinbaren Dinge zu reden, die durch die Unternehmen des Arbeitskreises StadtSpuren tagtäglich geleistet werden. Nicht in einer Rede, nicht in einem Statement, sondern in einer Form, die man an diesem Abend vielleicht nicht erwartet hätte: in einem Quiz.

Elf Fragen, kurze Antwortoptionen, Abstimmungen im Publikum. Es ging um Zahlen und Zusammenhänge, um Neubaukosten, energetische Sanierung und Mieten, aber auch um Spielplätze, Bäume und Familienwohnungen. Es war ein Mix aus Pflichten und Verpflichtungen, von denen man selten in dieser Bündelung erfährt. Das Quiz war eine Spielerei, aber eine mit ernstem Hintergrund. Es war der Versuch, Arbeitsfelder sichtbar zu machen, die oft im Hintergrund bearbeitet werden.

Worum es eigentlich ging

Natürlich ging es an diesem Abend auch um die großen Themen: steigende Baukosten, komplizierte Genehmigungsverfahren, widersprüchliche Anforderungen und immer um die Frage, wie bezahlbarer Wohnraum entstehen soll, wenn gleichzeitig alles teurer, langsamer und komplexer wird. Aber anders als in den vergangenen Jahren ging es diesmal nicht darum, um Verständnis zu werben. Keine Bitte um Applaus, Beistand oder Zustimmung. Eher eine nüchterne Bestandsaufnahme: Das ist es, was wir tun. Jeden Tag. Seit vielen Jahren. Die Summe und Vielfalt dieser Aufgaben sind erstaunlich groß und nicht eine einzige der Aufgaben ist banal.

Ein Schluss ohne Pointe

Am Ende stand kein Fazit im klassischen Sinne. Eher ein Innehalten. Das Quiz hatte Zahlen geliefert, Einschätzungen, auch den einen oder anderen Aha-Moment. Die meisten der Dinge geschehen unabhängig davon, ob sie gerade im Fokus der Öffentlichkeit stehen oder überhaupt wahrgenommen werden. Sie sind Teil einer Praxis, die sich über Jahre entwickelt hat und die selten laut auftritt, obwohl sie die Stadt prägt. Vielleicht war das die leise Botschaft dieses Abends: Dass es sich lohnt, genauer hinzusehen. Und dass Zusammenarbeit dort beginnt, wo man sein Gegenüber wahr- und ernst nimmt.

Autor:in des Artikels

Bild von Josephine Braun

Josephine Braun

Als Projektmanagerin koordiniert sie den Arbeitskreis StadtSpuren und bringt ihre Expertise in Stadtentwicklung, Beteiligung und Wohnen ein. In der Projektkommunikation navigiert sie souverän durch komplexe Stadtentwicklungsprozesse und wohnungspolitische Diskurse – mit Durchhaltevermögen, Klarheit und strategischem Blick.

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