Grüne Gastfreundlichkeit

Für den Potsdamer Gärtnerboten, den wir redaktionell betreuen, durften wir im vergangenen Jahr wieder jede Menge Gartenparadiese in Potsdam und dem Umland besuchen.

Die Gartentür steht immer offen: Christian Peschel vom Kreisverband Potsdam der Garten- und Siedlerfreunde e. V. zusammen mit Sarah Stoffers und Martina Vogel. Foto: Lutz Langer

Die Arbeit am Potsdamer Gärtnerboten gehört in unserer Redaktion mit zu den liebsten Aufgaben der Kolleginnen und Kollegen. Das liegt in erster Linie an zwei Dingen: Zum einen an der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit dem Vorstand und der Geschäftsstelle, vor allem Christian Peschel, Marion Vogel und Jens Knillmann. Zum anderen an den stets gastfreundlichen Laubenpiepern, die wir für die Zeitung besuchen und interviewen dürfen – meistens direkt in ihren grünen Gärten.

Ein schönes Fleckchen Erde

Kleingärtner gelten leider immer noch als spießig und engstirnig. Unsere Erfahrung ist allerdings eine andere. Die meisten Laubenpieper sind sehr offen, gastfreundlich und vor allem vielfältig. Neben Senioren sind in den Vereinen viele junge Familien und Menschen unterschiedlichster Herkunft, Alter und sozialer Schichten aktiv. Was sich sagen lässt, ist, dass die Kleingärtner meistens sehr geerdet sind – kein Wunder, wenn die Hände ständig im Beet stecken. Das „Du“ wird einem über dem Gartenzaun recht schnell angeboten.

In diesem Jahr durften wir für drei Ausgaben des Potsdamer Gärtnerboten in das Vereinsleben und die Beete der Kleingärtner schauen. So besuchte Torsten Bless für das erste Heft im April den Kleingartenverein „Am Hinzenberg“, der seinen 125 Geburtstag feierte. Wer noch nie auf der Anlage hinter dem Lustgarten war, sollte das bald einmal nachholen. Sie liegt sehr malerisch mitten an der Havel auf einem Landstück hinter der Bahnlinie. Mit Blick auf das Wasser und vorbeischippernde Boote gärtnert es sich noch besser. „Das ist hier einfach ein schönes Fleckchen Erde“, meint auch der Vereinsvorsitzende Andreas Grünberg.

Zwei charmante Gastgeber

Einen Blick über den Gartenzaun durfte ich dann für die Juni-Ausgabe werfen: Das sehr herzliche und charmante Paar Reiner Michaelis und Antje Pietzsch begrüßte mich auf ihrer Parzelle in der Kleingartenanlage „Am Weißen See“ Nedlitz e. V. Bei mehreren Tassen Kaffee plauderten wir gemütlich über ihren Garten, die Ernte, hilfsbereite Nachbarn und die viele Arbeit, die die beiden in ihr kleines grünes Paradies gesteckt haben. Vom Häuschen samt Wintergarten über den Teich bis hin zu den Hochbeeten – wie viele andere Kleingärtner haben die beiden fast alles in ihrem Garten selbst gebaut oder gebastelt.

Die Kleingartenanlage „Am Weißen See“ Nedlitz e. V. Fotos: Sarah Stoffers

Auch diese Anlage liegt, wie der Name vermuten lässt, am Wasser und verfügt sogar über einen eigenen Bootssteg. Die Gärten sind daher sehr beliebt. Ihr kleines Idyll würden die beiden aber für kein Geld der Welt hergeben, wie sie mir erzählten. „Im Sommer brauchen wir gar nicht in den Urlaub zu fahren, so schön ist das hier“, sagte Antje Pietzsch damals zu mir. Das glaubte ich ihr sofort. Nach meinem Besuch bei den beiden führte mich noch meine Kollegin Mandy Müller über die Anlage. Denn auch sie gehört zu den glücklichen Laubenpiepern, die dort eine Parzelle ergattert haben. Die wird gerade von Mandy mit viel Ehrgeiz und Tatkraft wieder fit gemacht. Vielleicht gibt es ja für unser Büro schon bald die ersten Obst- und Gemüsekörbe aus ihrem Garten.

Redaktionssitzung zwischen Bienen, Blumen und Beeten

Die Arbeit am dritten und letzten Potsdamer Gärtnerboten in diesem Jahr startete ebenso gemütlich und herzlich. Zum ersten Mal trafen meine Kollegin Martina Vogel und ich uns zur Besprechung der Ausgabe und ihrer Inhalte mit den beiden Vorstandsmitgliedern Christian Peschel und Jens Knillmann in einem Kleingarten. Bei mehr als 30 Grad im Schatten wurden wir von Christian Peschel in seinem blühenden Kleinod in der Anlage „Oberförsterwiese“ e. V. bestens bewirtet. Auf der kühlen kleinen Terrasse durften wir zwischen summenden, brummenden Insekten und mit liebevoll gemachten leckeren Stüllchen samt Beeren und Blüten aus dem Garten den Fahrplan der dritten Ausgabe besprechen. Wir hoffen ja insgeheim, dass das vielleicht zu einer neuen Tradition wird.

In voller Blüte: Bei der Redaktionssitzung im Garten von Christian Peschel konnten meine Kollegin Martina Vogel und ich die reifen Kirschen direkt vom Baum naschen. Foto: Lutz Langer

In Erinnerungen schwelgen

Das letzte Heft des Potsdamer Gärtnerboten erschien schließlich im September und stellte gleich zwei Vereine in den Mittelpunkt: „Buntspecht“ Beelitz e. V.  und den Kleingartenverein „An der Amundsenstraße“. In Beelitz führten mich der Vorsitzende Herbert Wolf und Schatzmeister Manfred Schulze über ihre Anlage, die in diesem Jahr ihren 35. Geburtstag feierte. Ruhig zwischen Feldern und Wiesen gelegen, sind die Kleingärten auch im Umland beliebt. Die Mitglieder reisen für ihr grünes Glück auch aus Teltow, Berlin oder Potsdam an. Auf der Terrasse von Herbert Wolf schwelgten wir noch in den Erinnerungen der beiden. Sie zeigten mir stolz Gründungsdokumente und alte Fotos aus den früheren Jahren. Wie bei eigentlich allen Kleingartenvereinen haben auch hier die tatkräftigen Mitglieder alles in Eigenleistung allmählich aufgebaut. Die viele Knochenarbeit hat sich mehr als gelohnt.

Zusammenwachsen in der Not

Am Ende des Gärtnerboten-Jahres ging es dann für mich in die Parzelle von Katja Baer, Vorsitzende des Vereins „An der Amundsenstraße“. Auf den ehemaligen Anbauflächen des Potsdamer Obstbauern Neumann schufen die Mitglieder nach der Gründung im Jahr 1975 ihre kleine blühende Insel. Die ist leider in Gefahr – denn der heutige Eigentümer der Fläche lehnt einen Pachtvertrag mit dem Verein oder dem VGS ab. Der Verein bangt daher um seine Zukunft. Doch die jetzige Situation hat die Mitglieder auch zusammengeschweißt. So einfach aufgeben wollen sie nicht. Wir drücken dem Verein die Daumen – denn ohne die Kleingärten verlieren die Städte allmählich an Grün und damit an Lebensqualität, Erholungsmöglichkeiten und natürlich auch an Artenvielfalt.

Wir freuen uns schon auf die Laubenpieper und Kleingärten, die wir im nächsten Jahr für den Potsdamer Gärtnerboten besuchen dürfen.

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